HUNDE · Symptom-Ratgeber
Mein Hund erbricht: was tierärztliche Fallberichte zeigen
Erbrechen beim Hund reicht von „hat draußen etwas Ekliges gefressen, morgen geht's wieder" bis zu „erstes Zeichen einer Pankreatitis, eines Morbus Addison oder eines Magenfremdkörpers". Die für die Tierärztin entscheidenden Faktoren sind: Wie lange besteht es, kann der Hund Wasser bei sich behalten, ist Blut dabei, sind andere Systeme betroffen (Energie, Appetit, Bauchschmerz)?
In publizierten Fallserien tauchen bei chronischem Erbrechen (>1 Woche) am häufigsten diese Erkrankungen auf: chronisch-entzündliche Darmerkrankung, Pankreatitis (akut und chronisch), Magenfremdkörper, Diätindiskretion / futterresponsive Enteropathie, Morbus Addison (oft übersehen), Helicobacter-Gastritis und — bei älteren großen Rassen — Magenkarzinom.
Die Fälle unten sind echte Berichte aus tierärztlichen Praxen. Sie dokumentieren den tatsächlich gewählten Diagnoseweg und die Therapie, die funktionierte.
Wann sofort zur Tierärztin
- Wiederholtes Würgen ohne Auswurf (kann Magendrehung / GDV sein — Notfall bei großen Rassen).
- Blut im Erbrochenen oder kaffeesatzartiges Material.
- Aufgetriebener, gespannter Bauch oder Schmerz bei Berührung des Abdomens.
- Apathie oder Kollaps zusätzlich zum Erbrechen.
- Erbrechen über 48 Stunden oder jedes Erbrechen mit Wasserverweigerung.
Echte Fälle aus der tierärztlichen Literatur
Eine Auswahl peer-reviewter Fallberichte, die unsere semantische Suche zu diesem Beschwerdebild findet. Klicken Sie auf einen Fall, um die vollständige Zusammenfassung zu sehen — oder starten Sie eine personalisierte Suche mit den genauen Symptomen Ihres Tieres.
Wir indexieren weitere peer-reviewte Fälle zu diesem Symptom. Starten Sie oben eine Suche, um die neuesten Treffer zu sehen.
Personalisierte Suche für Ihr Tier starten →Häufige Fragen
- Wann ist Erbrechen beim Hund ein Notfall?
- Verdacht auf Magendrehung (Würgen, aufgetriebener Bauch, Unruhe — besonders bei großen, tiefbrüstigen Rassen) ist ein echter Notfall, bitte sofort vorstellen. Blut, Apathie, Kollaps oder bekannte Toxin- bzw. Fremdkörperexposition rechtfertigen ebenfalls den Notdienst. Sonst: Erbrechen über 24-48 Stunden, nicht behalten von Wasser oder Erbrechen mit Durchfall brauchen einen Termin am selben Tag.
- Welche Untersuchung ist als erstes am wertvollsten?
- Die meisten Abklärungen beginnen mit Blutbild, Blutchemie und einer canine-spezifischen Pankreas-Lipase (cPL oder SNAP cPL). Morbus Addison — berüchtigt dafür, „chronische Magen-Darm-Beschwerden" zu imitieren — wird über Elektrolyte und ein basales Kortisol oder einen ACTH-Stimulationstest gescreent. Röntgen oder Ultraschall des Bauches schließen Fremdkörper aus und beurteilen die Organe.
- Könnte es eine Futterallergie sein?
- Ja — die futterresponsive Enteropathie (manchmal auch „chronische Enteropathie" genannt) ist bei Hunden mit chronisch-intermittierendem Erbrechen und unauffälligem Labor die häufigste Diagnose. Der Test ist eine strikte 8-wöchige Eliminationsdiät mit hydrolysiertem Protein oder einer neuartigen Proteinquelle. Viele Fälle unten dokumentieren genau diesen Erfolg.